Ein Versandhandel aus Dessau belieferte das „Weltreich“ der Deutschen

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Beschreibung

Schuhe für Apia, Daressalam, Lomé und Windhuk

Ein Versandhandel aus Dessau belieferte das „Weltreich“ der Deutschen

Ausgabe

DAS ARCHIV 1/2018

Autor: Veit Didczuneit

Seiten: 26-31

„Guten Morgen, Schwester Clotilde, wo wollen Sie denn so schnell hin?“ „Rasch zur Post, ich brauche neue Schuhe. Morgen geht der nächste Dampfer, da soll meine Bestellung noch mit.“ So oder so ähnlich könnte es sich am 28. Juli 1911 in Apia auf Samoa zugetragen haben. Mit einer Postkarte (5-Pfennig-Ganzsache), adressiert an die Herren S. und A. Lewinsohn in der Askanischen Straße 109 in Dessau, bestellte die Schwester bei den Schuhversandhändlern zwei Paar Damen-Schnür-Promenadenschuhe, genagelt, in Größe 39, Artikelnummer 260, für 3,85 Mark pro Paar und zwei Paar Damen-Hausschuhe in der Farbe Schwarz mit Sommerfutter, Artikelnummer 271, für 2,50 Mark pro Paar. Die Posttage waren unter den wenige Hundert zählenden Europäern allgemein bekannt. Die Zeitungen veröffentlichten regelmäßig die Ankunfts- und Abfahrtzeiten der Schiffe. Im Postamt Apia zahlte Schwester Clotilde 18 Mark per Postanweisung an die Gebrüder Lewinsohn ein, mehr als der Gesamtpreis der Schuhe von 12,70 Mark zuzüglich 2,40 Mark Porto. Somit hatte sie beim Händler ein kleines Guthaben für eine künftige Bestellung.

Welchen Weg die Bestellung im Reichspostbeutel nach Dessau nahm, geht aus der Karte nicht hervor. Als Beförderungsvermerk trägt sie allein den Tagesstempel von Apia. Laut Eingangsstempel der Firma Lewinsohn ist sie am 6. September 1911 in Dessau eingetroffen, also nach 40 Tagen, falls ihre Reise gleich am 28. Juli begonnen hat.

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