Kleine und große Wirtschaften

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Beschreibung

Kleine und große Wirtschaften

Der Trick mit den manipulierten Aviskarten

Ausgabe

Das Archiv 3/2011

Autoren: Jan Buchhorn, Björn Eggert

Seiten: 55-59

Im Frühjahr 1922 musste der Hamburger Postdirektor Dr. Meinken seinen Bericht über eine manipulierte Benachrichtigungs- und Quittungspostkarte (Aviskarte), mit deren Hilfe eine Straftat begangen wurde, ohne Ergebnis abschließen: „Außer der Namensunterschrift ist kein Beweisstück für die Tat vorhanden.“ Der dringende Verdacht blieb jedoch, dass ein Mitarbeiter der Reichspost an der Straftat beteiligt war. Der Fall galt als ungeklärt; erst als sich der Täter sicher wähnte und das, was schon einmal funktionierte, noch einmal versuchen wollte, verriet er sich selbst.

Carl Maeske, 35jähriger Kaufmann mit Hang zu illegalen Geschäften, hatte bereits 1915 und 1918 Haft strafen wegen Hehlerei, Diebstahl und Urkundenfälschung abgesessen. Mittlerweile hatte er Gefallen an hochprozentigen Getränken gefunden und den Verkaufserlös seiner letzten Firma in nur acht Monaten durchgebracht. Anschließend war er nur noch als krimineller Unternehmer tätig. Die Arbeitsabläufe seiner Aktionen ähnelten dabei auffallend denjenigen der ehrbaren Kaufleute – allerdings waren Risiko und Gewinn bei ihm deutlich höher. Nach dem verlorenen Weltkrieg waren Warentransporte ein häufiges Ziel krimineller Aktionen im Deutschen Reich. Allein 1920 belief sich bei der Reichsbahn die Zahl der Diebstähle auf rund 240.000. 

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