Schlicht und ergreifend

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Beschreibung

Schlicht und ergreifend

Die Posthornserie und das frühe Briefmarkendesign der Deutschen Bundespost

Ausgabe

Das Archiv 1/2009

Autorin: Andreas Hahn

Seiten: 22-27

Immer wenn von einem vermeintlich höheren Standpunkt als dem des „Zacken zählenden Philatelisten“ auf die Briefmarke geblickt wird, dann ist der Satz nicht fern, dass die Briefmarken die „Visitenkarten“ des ausgebenden Landes seien und ihrer Gestaltung demzufolge stets eine gesteigerte Aufmerksamkeit staatlicher Autoritäten zuzumessen sei. Dieser oft gehörte Satz schrammt zwar nur hauchdünn am Gemeinplatz vorbei, er skizziert aber doch die besondere Rolle, die die Briefmarken von ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts als staatlich-offizielle Massengrafik gespielt haben, durchaus treffend. Seit den ersten Marken wurde die Bildbotschaft der kleinen Kunstwerke vom Publikum wie auch von den Kritikern als „offizielle“ Aussage betrachtet und gewertet.

Den Postverwaltungen war ebenso von Anfang an klar, dass die öffentlicheWirkung der Briefmarken erheblich sein müsse und sie deshalb ein ideales Medium für staatliche Propaganda und Werbung sein würden. Es nimmt deshalb kaum Wunder, dass man beizeiten alle Register gezogen hat, um den passenden Entwurf für die jeweilige Markenausgabe herauszufiltern. Dazu gehören Aufträge an einzelne, ausgewählte Grafiker, etwa beim Schwarzen Einser, der ersten bayerischen Briefmarke, öffentliche Wettbewerbe, zum Beispiel bei der englischen Penny Black, der ersten Briefmarke überhaupt, oder beschränkte Wettbewerbe, bei denen nur bestimmte Künstler und Grafiker zur Teilnahme eingeladen wurden. Diese Verfahren sollten helfen, Macht und Würde des herausgebenden Staates auf wenigen Quadratzentimeter Papier angemessen widerzuspiegeln. Natürlich war hierbei jede einzelne (Sonder-)Marke wichtig, aber am „wirkungsvollsten“ waren doch naturgemäß die Dauerserien mit ihren langen Nutzungszeiten und hohen Auflagen.

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