„Verpflegung und Zimmer alles gut“. Das Posterholungsheim Haarstorf in der Lüneburger Heide

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Beschreibung

„Verpflegung und Zimmer alles gut“

Das Posterholungsheim Haarstorf in der Lüneburger Heide

Ausgabe

Das Archiv 2/2011

Autor: Björn Rosenau

Seiten: 64-67

„Tiefeinsamkeit, es schlingt um deine Pforte / die Erika das rote Band. / Von Menschen leer, was braucht es noch der Worte, / Sei mir gegrüßt, du stilles Land. – Für die schönen Tage im Posterholungsheim Haarstorf bei Ebstorf sagen wir dem verehrten Herrn Minister sowie unserer entzückenden Heimleiterin unseren wärmsten Dank.“ Diese erste Eintragung im Gästebuch des Posterholungsheims Haarstorf stammt vom Oktober 1942. Eine Gruppe von Postbediens teten aus ganz Deutschland, so zum Beispiel aus Königsberg, Augsburg und Magdeburg, dankt mit einem Auszug aus dem Gedicht „Heidebilder“ von Detlev von Liliencron dem damaligen Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge, der das Anwesen in Haarstorf für die Reichspost erworben und zum Posterholungsheim hatte umbauen lassen.

Das Gedicht ist treffend ausgewählt, denn das Posterholungsheim befindet sich abgeschieden und sehr ruhig gelegen am Ostrand der Lüneburger Heide im Kreis Uelzen. Der Flecken Haarstorf, etwa vier Kilometer nördlich von Ebstorf, bestand aus fünf sogenannten Vollhöfen. Ein Vollhof hat genug Grund und Boden, dass eine bäuerliche Familie vom Ertrag leben kann. Die Geschichte der Höfe, von denen heute noch drei bestehen, kann man bis 1416 zurückverfolgen. Der Besitzer von Hof Nummer 3, Bauer Meyer, baute in den frühen 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein großes Herrenhaus auf seinem Grundstück. Zunächst bewohnte er dieses Haus selber, bevor er 1942 zurück in das große Bauernhaus zog und das Herrenhaus zusammen mit 10 Morgen Land an die deutsche Reichspost verkaufte. Diese baute das Haus zu einem Posterholungsheim um, das im November 1942 eröffnet wurde. In den Kriegsjahren bis 1944 waren es überwiegend Fernmeldetechniker und Feldpostbeamte, die sich hier erholen konnten und gepflegt wurden. Den Charakter eines Genesungsheimes unterstreicht auch die Tatsache, dass anfangs sogar ein Arzt und bis in die 1950er-Jahre eine Krankenschwester zur Belegschaft des Heimes gehörten. Ab 1944 wurden dann verstärkt Flüchtlinge aus den besetzten südlichen Niederlanden oder dem zerbombten Hamburg aufgenommen. Neu eröffnet als Posterholungsheim wurde es nach dem Krieg im Jahr 1946.

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