Vom Selbsthilfeverein zur modernen Direktbankengruppe. Der Werdegang der Post-Spar- und Darlehnsvereine

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Beschreibung

Vom Selbsthilfeverein zur modernen Direktbankengruppe

Der Werdegang der Post-Spar- und Darlehnsvereine

Ausgabe

Das Archiv 2/2011

Autor: Oliver Leibbrand

Seiten: 14-21

Zu den ältesten Selbsthilfeeinrichtungen gehören die Post-Spar- und Darlehnsvereine. Die ersten gründeten sich 1872, noch bevor es eine gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung gab. Bis dahin gerieten Postbedienstete, die verunglückten oder schwer erkrankten, oft in finanzielle Schwierigkeiten. Bei den Post-Spar- und Darlehnsvereinen konnten sie Geld sparen und Kredite aufnehmen, damals „Vorschuss“ genannt, um Engpässe und Notzeiten zu überbrücken.

Auch weil Beamte und Unterbeamte durch „wucherische Ausbeutung“ unseriöser Kreditgeber ruiniert worden waren, wurden Spar- und Vorschussvereine für die Postbeamten ins Leben gerufen. So ist aus der Oberpostdirektion Frankfurt ein Fall überliefert, bei dem sich ein Postbeamter 80 Taler geliehen hatte und dann innerhalb von zehn Monaten auf diese Summe 310 Taler zurückbezahlen musste. Dieser Betrag, so war es damals üblich und rechtens, wurde von der Schuldeinzugsstelle (Fiscalat) direkt vom Sold einbehalten. Angesichts dieser Praxis befürchtete die Postverwaltung, dass die Betroffenen amtliche Gelder veruntreuen und Postsendungen entwenden könnten, und regte deshalb nach dem Vorbild der Genossenschaftlich organisierten Vorschuss- und Kreditvereine eine Selbsthilfeeinrichtung für das Postpersonal an. „Die vorhandenen Übelstände [sollten] durch eine Organisation der Selbsthülfe“ verbessert werden. So entstanden freiwillige Zusammenschlüsse mit der Absicht, durch Eigeninitiative die wirtschaftliche Notsituation zu überwinden.

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