Von Cuxhaven-Duhnen auf die Insel Neuwerk mit dem Wattenpostwagen

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Beschreibung

Sechs Generationen, ein Metier

Von Cuxhaven-Duhnen auf die Insel Neuwerk mit dem Wattenpostwagen

Ausgabe

DAS ARCHIV 1/2018

Autorin: Tanja Neumann

Seiten: 60-63

Museen sammeln Objekte und damit immer auch Geschichten. Häufig erschließt sich die Bedeutung eines Exponats erst richtig, wenn man mehr über sein „Leben“ erfährt, so auch beim Wattenpostwagen im Depot des Museums für Kommunikation Frankfurt, der hinter den pompösen Kutschen etwas unscheinbar wirkt. Doch ein Fotoalbum neben dem gelben Wagen öffnet den Besucherinnen und Besuchern die Augen für die Geschichte des Gefährts. Es zeigt den Wattenpostwagen, gezogen von zwei Pferden, „im Dienst“ unterwegs zwischen dem Nordseeheilbad Duhnen, einem Stadtteil von Cuxhaven, und der kleinen Nordseeinsel Neuwerk.

Der Wattenpostwagen wurde 1997 vom Museum für Kommunikation Hamburg angekauft, das wie die Häuser in Berlin, Frankfurt und Nürnberg zur Museumsstiftung Post und Telekommunikation gehörte, ehe es 2009 geschlossen werden musste. Die Sammlungsbestände des Hamburger Museums wurden zwischen den Sammlungen in Berlin und Heusenstamm aufgeteilt, und so gelangte der Wattenpostwagen nach Hessen. Aus einer umfangreichen Beiakte lässt sich die Geschichte des Ankaufs für das Hamburger Museum nachvollziehen: Im Sommer 1997 nahm Museumsmitarbeiter Harald Krieg mit der Familie Brütt Kontakt auf und informierte sie über das Interesse der Stiftung an dem Wagen. Ende Oktober besuchte Museumsleiterin Judith Kruse Duhnen, wo Karl-Heinz Brütt ihr die Wattenpostwagen zeigte, mit denen seine Familie seit Jahrzehnten die Post zur Insel Neuwerk transportierte: Der Vertrag mit der Reichspost stammt aus dem Jahr 1880. Brütts Sohn Jan hatte zu dem Zeitpunkt bereits das Geschäft übernommen, das die Familie in sechster Generation betrieb. Zum Jahreswechsel 1997/1998 kam der Ankauf dann endgültig zustande, und mit dem Fuhrwerk gelangten auch Fotos, Verträge und Urkunden zum Wattenpostbetrieb ins Museum.

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