Zur Geschichte der Seekabelverlegung

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Beschreibung

Die Vernetzung der Meere

Zur Geschichte der Seekabelverlegung

Ausgabe

DAS ARCHIV 2/2018

Autor: Detlef Hechtel

Seiten: 12-17

Seit fast 170 Jahren verbinden Seekabel Länder und Kontinente. Zu Beginn reichten einfache Kupferadern mit Guttapercha-Isolierung aus, von 1950 an verwendete man Koaxialkabel und heute sind komplexe Glasfaserverbindungen – zur Übertragung riesiger Datenmengen – Standard. Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts von durchsetzungskräftigen Persönlichkeiten vorangetriebenen Projekte zur Kabelverlegung sind längst einem weltweit verfügbaren und auf internationalen Abkommen beruhenden „durchorganisierten“ Seekabelwesen gewichen. Es verknüpft in einzigartiger Weise so unterschiedliche Fachgebiete wie Ozeanografie, Schiffbau, Nautik und Nachrichtentechnik.

Der erste Versuch, ein Unterwassertelegrafenkabel auf dem Meeresboden zu verlegen, fand am 28. August 1850 zwischen St. Margret’s Bay in der Nähe von Dover vor der Kulisse malerischer Kreidefelsen und Sangatte bei Calais auf der französischen Seite des Englischen Kanals statt. Vom kleinen Dampfschlepper „Goliath“ aus ließ die Besatzung, ohne vorhergehende Erfahrung, das vieradrige, 25 Seemeilen lange Guttaperchakabel mit einer Geschwindigkeit von vier Meilen pro Stunde von Deck ins Wasser gleiten. Das Ergebnis war mehr als bescheiden: Nur Signale mit ganz langsam gesendeten Morsezeichen ließen sich übermitteln, die der Empfänger zudem kaum lesen konnte. Ein Jahr später, am 21. September 1851, brachte die „HMS Blazer“ unter der nautischen Führung der „HMS Fearless“ mit einem zweiten, jetzt besser isolierten Kabel die Arbeit erfolgreich zu Ende. Es war die Geburtsstunde des Seekabelwesens, eines höchst innovativen Bereichs der Telekommunikation, der wie kein anderer interkulturelle Beziehungen zwischen den Kontinenten förderte, die Kommunikation technisch beschleunigte und darüber hinaus völlig neue Geschäftsmodelle im internationalen Handel entstehen ließ.

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